Moderne Distributionslogistik hautnah erlebt
24 Studierende (Matrikel 08) unternahmen am 20. Mai 2009 zusammen mit Studienrichtungsleiter Dr. Bernd Römer und Dozent Dr. Hans-Günter Wagner eine Exkursion nach Lampertswalde und Radeberg bei Dresden. Ziel der eintägigen Bildungstour war das Vor-Ort-Kennenlernen praktischer Distributionslogistik.
Erste Station war das Distributionslager der Firma Lidl im Gewerbegebiet Lampertswalde. Der Leiter, Herr Dürichen, gab während einer zweistündigen Führung durch die verschiedenen Abteilungen des Hochlagers einen profunden Einblick in die Einkaufs- und Vertriebsorganisation eines der größten deutschen Discount-Unternehmens. Neben konkreten Fragen der Lagerhaltung und Prozessoptimierung kamen dabei auch grundsätzliche Probleme der Preis- und Sortimentsgestaltung sowie der rechtlichen Organisation zur Sprache. Lagerchef Dürichen betonte mehrfach, dass bei gegebener Qualität, der Preis stets der entscheidende Konkurrenzvorteil sei. Die Studierenden zeigten sich beeindruckt von der Präzision der Abläufe und dem Bemühen um ständige Leistungsverbesserung. Besonders überzeugend war das umweltgerechte System der Entsorgung von Verpackungsmaterialien, Glas, Pet-Flaschen und abgelaufenen Produkten.
Der anschließende Besuch beim benachbarten Floristikgroßhandel Willi Scheuche im gleichen Gewerbegebiet bot die seltene Gelegenheit, ein außerordentlich erfolgreiches und seit der Wiedervereinigung systematisch expandierendes Unternehmen der Floristik- und Gärtnereibedarfsbranche kennenzulernen. Das breite Sortiment umfasst neben Gestecken, Seidenblumen, Pflanzgefäßen und floristischen Accessoires auch Kunstgewerbeprodukte, die im Firmenauftrag in Asien gefertigt werden. Die Firmeninhaberin persönlich erstellt dafür das Design und die Modelle. Der Floristikhandel ist ein stark saisonal geprägtes Geschäft, das in festen Planungsschleifen organisiert ist. Während zum Beispiel der Osterverkauf noch im Gange ist, wird bereits das Advents- und Weihnachtsangebot vorbereitet. Die Studierenden lernten durch den Besuch auch die Vertriebsstrukturen des erfolgreichen Unternehmens kennen, das mit einem gemischten Team aus Reisenden und Handelsvertretern fast den gesamten süd- und ostdeutschen Raum und auch die Schweiz bedient.
Zum Abschluss des Tages wurde noch die Radeberger Brauerei besichtigt. Das Unternehmen der Binding-Radeberger Gruppe hat seine Kapazitäten in den letzten Jahren systematisch erweitert und produziert derzeit 1.8 Millionen Hektoliter Bier pro Jahr. Aufgrund des guten Renommees wird nur eine einzige Biersorte hergestellt und auf Sortimentsverbreiterung verzichtet. Eine abschließende Verköstigung bot den Teilnehmern die Möglichkeit, sich von der exzellenten Qualität der Marke selbst zu überzeugen.



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